Lasst Tulpen sprechen: Kinder stellten eine Verbindung von der Pestalozzi- zur Walter-Erbe-Schule her

„Ich finde es toll, dass wir zusammengewachsen sind“, sagte Cornelius aus der 5c der Tübinger Walter-Erbe-Realschule. Seit diesem Schuljahr treffen sich knapp 50 Kinder regelmäßig einmal in der Woche mit Dritt- und Viertklässler(inne)n der benachbarten Pestalozzi-Schule, einer Förderschule für lernbehinderte Kinder und Jugendliche. Mal steht eher die Bewegung, mal mehr das Basteln im Mittelpunkt. Dabei sind auch die Topf-Tulpen entstanden, die gestern Morgen die Verbundenheit zwischen beiden Schulen zeigen sollten. „Jede Tulpe ist auf ihre Art schön“, lobte Heidemarie Höschle die Vielfalt an Formen und Farben. Von der Klassenlehrerin der 5c ging der Anstoß zu der Zusammenarbeit aus. Sie wollte mit ihren Schüler(inne)n nicht nur über soziales Engagement reden, sondern es auch erleben. Emanuel von der Pestalozzi-Schule erinnert sich noch gern ans gemeinsame Schlittschuh-Laufen in Reutlingen, das die Kinder durchweg super fanden. Ihm hat es gut gefallen, dass andere ihm geholfen haben, als er hingefallen war. Mit Philipp von der Walter-Erbe-Realschule verbindet Emanuel mehr als das Projekt. Beide haben schon außerhalb der Schule zusammen gespielt. Beispielsweise im Winter Schneebälle geworfen. Auch andere Erbe-Schülerinnen kennen Mädchen aus der Pestalozzi-Schule ganz gut. „Es wird eine Freundschaft“, ist sich Adriana sicher. Als eine „klasse Sache“ bezeichnete Christian Nowara, der neue Konrektor der Walter-Erbe-Realschule, die Kooperation. Die würdigten die 5c und ihre Musiklehrerin Ute Wäldner gestern mit einer Rhythmus-Vorführung im Musiksaal. Dass die Kinder sich „sich gegenseitig mit ihren Stärken und Schwächen annehmen“, liegt Heidemarie Höschele besonders am Herzen. Auch die Klassenlehrerin hat beim Projekt schon einiges gelernt. Etwa, dass sie manchmal „mehr Geduld haben“ müsse. „Es gab immer wieder Situationen, wo man die Unterschiede zwischen den Kindern nicht gemerkt hat“, sagte Judith Kohlmann, die stellvertretende Leiterin der Pestalozzi-Schule. Bis zu den großen Ferien soll es noch Fußballspiele und einen Grillnachmittag geben. „Wir werden noch viel Spaß miteinander haben“, versprach ihre Kollegin Höschele. Manchmal erleben die Pestalozzi-Kinder freilich nicht so schöne Sachen. Deshalb fand es Katharina sehr positiv, dass die Walter-Erbe-Schüler/innen „uns nicht von oben betrachtet haben“. kai/Bild:Faden
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Text: tagblatt online
Online-Redaktion: tagblatt online