Unser Förderverein LERNEN FÖRDERN

Kinder und Jugendliche mit Lernschwierigkeiten brauchen eine Lobby. Der Verein LERNEN FÖRDERN Tübingen e.V. versteht sich als Interessenvertretung für Kinder und Jugendliche, die es in der Schule und auf dem Weg in den Beruf schwer haben und dabei besondere Förderung benötigen. Die Pestalozzischule bietet Kinder und Jugendlichen besondere Hilfen an. Der Verein versteht sich deshalb als Förderverein der Schule.

Am 15. Juni 1976 gründeten 17 Eltern, Lehrer und Freunde der Pestalozzischule den Verein, der bei seiner Gründung den Namen trug: Fördergemeinschaft der "Pestalozzischule, Sonderschule für Lernbehinderte e.V." Tübingen. Die Gründer hatten die Erfahrung gemacht, dass man die Probleme bei der Integration in die Gesellschaft nicht alleine lösen kann. Man braucht die Solidarität untereinander, um Hilfe und Unterstützung erfolgreich durchsetzen zu können.

Nicht jedes Kind und jeder Jugendliche lernt leicht, kann im Wettbewerb der Schule mithalten. Misserfolge machen den Schulbesuch zum schweren Gang und in großen Klassen findet der Lehrer oder die Lehrerin nicht die nötige Zeit, um nochmals zu erklären und Fragen zu beantworten. Dafür braucht es eine besondere Schule. Dies wussten 1921 in Tübingen auch Stadt und Gemeinderat, als sie zum 1. Mai 1921 die Pestalozzischule gründeten. Erst am 6. April 1957 gab der Gemeinderat der Schule den Namen Pestalozzischule. Zuvor war die Schule als Hilfsschule bezeichnet worden für Kinder, "deren Veranlagung eine besondere Fürsorge" nötig macht, wie es im Gemeinderatsprotokoll von 1921 heißt.

Die Pestalozzischule hatte kein eigenes Gebäude. Ihre Schülerzahl nahm zu und ein Zweck des neuen Fördervereins war, für die Schule ein eigenes Schulhaus durchzusetzen. 270 Kinder waren im Hauptgebäude Hügelstraße und in den Filialen Michaels-Gemeindehaus und Mörikeschule notdürftig beengt untergebracht.

Mit mehr Selbstbewusstsein zu den eigenen Kindern zu stehen, das war der andere Zweck des Vereins, denn viele Eltern konnten sich nicht zu ihren Kindern bekennen. Lernschwierigkeiten empfinden viele Kinder und Eltern als Makel. Der Verein machte sich also auch auf, für die Kinder in der Öffentlichkeit Position zu beziehen und ihre Interessen zu vertreten. Der Verein ist deshalb auch ganz besonders ein Elternselbsthilfeverein, der das Gespräch untereinander ermöglicht und im Austausch das Verständnis für die Schwierigkeiten fördert und den Weg zu immer wieder neuen Hilfen öffnet.

  • Am 1.12. 1978 wurde die Beratungs- und Betreuungsstelle in der Walter-Simon-Str. 8 gegründet. Schon bald kümmerte sich der Verein um die berufliche Eingliederung der Jugendlichen. Am 7.12. 1979 wurde der Verein umbenannt in "Fördergemeinschaft für lernbehinderte Kinder und Jugendliche e.V. Tübingen" mit dem Satzungszweck: Förderung Lernbehinderter und von Lernbehinderung bedrohter Kinder und Jugendliche und deren soziale und berufliche Integration".
  • Der Kleinbus kam im Jahr 1980 dazu, mit dem viele Unternehmungen möglich wurden. 2010 verkaufte der Verein das eigene Fahrzeug und wurde Mitglied im Teil-Auto-Verein Tübingen. Er ermöglicht so bezahlbare Fahrten bei Unternehmungen der Beratungsstelle oder der Schülerinnen und Schüler der Pestalozzischule.
  • Zeitweise waren 4 Mitarbeiter in der Beratungsstelle tätig. Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe, Mittagessen, Gruppenangebote, nachgehende Betreuung nach der Schulentlassung, Elterngespräche, Begleitung von Schulklassen bei Exkursionen, Ausflügen, Schullandheimen, Ferienprogramme - das sind die Überschriften für viele Aktivitäten, die der Verein bis heute ermöglicht.
  • Der Einbau der Schulküche und der 2011 fertig gestellte Spielplatz im Schulhof sind weitere große Projekte, die der Verein wesentich mitfinanziert hat. Der Verein hat dabei die Elternaktivitäten und die tatkräftige Mithilfe der Schülerinnen und Schüler finanziell unterstützt. Die Unterstützung bei Klassenfahrten, die Anschaffung von Materialien für die Schule, Schulcomputer, Zirkus- und Zauberutensilien und vieles andere mehr hat der Verein finanziert. Ohne den Förderverein wären viele pädagogische Unternehmungen nicht möglich gewesen.

Am 15. Juni 2012 beschloss die Mitgliederversammlung, dem Verein einen neuen Namen zu geben: LERNEN FÖRDERN Tübingen e.V.. Diesen Namen trägt auch der Landes- und Bundesverband, dem der Tübinger Verein angeschlossen ist. Damit wird auch deutlich, was der Tübinger Verein will: Wir wollen die Teilhabe unserer Kinder und Jugendlichen an der Gesellschaft einfordern. Die nötigen Hilfen in Schule und Ausbildung müssen bereit stehen, um Menschen zu helfen, denen das Lernen schwerer fällt. Ihrem Recht auf Dabeisein, auf Teilhabe oder auf Inklusion Geltung zu verschaffen, das ist der Vereinszweck, dem alle Aktiviäten des Vereins dienen.

Beratungs- und Betreuungsstelle

Primus-Truber-Str. 35
72072 Tübingen
Telefon 07071-76 36 49
Opens internal link in current windowSchulsozialpädagogin

LERNEN FÖRDERN Tübingen e.V. ist Mitglied im Opens external link in new windowBundesverband LERNEN FÖRDERN.

Vorstand

Vorsitzender: Helmut Treutlein, Reutlingen
stellv. Vorsitzender:
Kassiererin: Frau Härtner
Schriftführerin: Bärbel König
Beisitzer: Beate Allmendinger, Uschi Lidy

LERNEN FÖRDERN Bundesverband

Logo LERNEN FÖRDERN: ein kleiner und ein großer Mensch, deren Arme grafisch in eine liegende Acht verbunden sind

Position Bildung

beschlossen auf der Mitgliederversammlung am 4.10.2013

Zur Sicherung des Bildungsanspruchs von Menschen mit Lernbehinderungen initiiert und nutzt der LERNEN FÖRDERN-Bundesverband Netzwerke und gestaltet dadurch Bildungsräume und Bildungsangebote in allen Lebensbereichen.

a) Frühförderung, frühkindliche und schulische Bildung

Der LERNEN FÖRDERN-Bundesverband setzt sich für die Gestaltung von Angeboten ein, die auf den Entwicklungsstand und die individuellen Lernbedürfnisse von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Lernbehinderungen eingehen.

Dies setzt für den LERNEN FÖRDERN-Bundesverband und seine Untergliederungen voraus,

  • dass individuelle Lernbedürfnisse erkannt und diagnostiziert werden und Grundlage für die sich daraus ergebenden besonderen Lernformen sind.
  • dass Unterricht an einem ganzheitlichen und handlungsorientierten Konzept ausgerichtet ist,
  • die Erfahrungsräume und Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen aufgreift,
  • neue Handlungs- und Erfahrungsräume eröffnet
  • auf die Bewältigung zukünftiger Lebenssituationen vorbereitet,
  • dass Leistungsbeurteilungen und die Vergabe von Abschlüssen auf der Grundlage von individuellen Fortschritten und individuellen Fähigkeiten vorgenommen und Nachteilsausgleiche angewandt werden.

 

b) Berufliche Bildung

Der LERNEN FÖRDERN-Bundesverband setzt sich für die berufliche Bildung und lebenslanges Lernen zur Sicherung von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen von Menschen mit Lernbehinderungen ein.

Der Bundesverband informiert deshalb junge Menschen mit Lernbehinderungen und ihre Angehörigen über Wege in Arbeit und Beruf und unterstützt diesen Übergang begleitend.

c) Lebenslanges Lernen

Menschen mit Lernbehinderungen haben einen Anspruch auf lebenslanges Lernen. Der LERNEN FÖRDERN-Bundesverband setzt sich dafür ein, dass die dafür erforderlichen Angebote dauerhaft geschaffen werden.